2015. Nach einem Jahr voller spannender Reiseziele war dieses Jahr eher aus der Kategorie ‚Ich nehm‘ halt alles mal mit, was Europa so zu bieten hat‘.
Amsterdam, April
Stadt Nummer eins war Amsterdam über Ostern, was ich zunächst im beschaulichen Wertherbruch bei Bocholt verbrachte. Um die Idylle nicht zu groß werden zu lassen, setzten wir uns in mein damals noch sehr kleines Auto und erkundeten Amsterdam, was nur zwei Stunden entfernt liegt. Zusammen mit gefühlt einer Million Touristen erkundeten wir die Grachten und erliefen uns die Stadt. Besonders die wunderbaren Lädchen auf dem Harlemmerdijk hatten es mir und meiner Begleitung angetan.
Unsere zwei Männer jedoch waren nicht so begeistert und so verließ ich zwar mit leeren Händen die Stadt, aber der Entschluss, mit einer Freundin wieder zu kehren, steht weiterhin sehr fest.
Tipp: Parken in der Innenstadt Amsterdam ist fast wahnwitzig teuer. Um dem Ganzen zu entgehen, sind wir ganz entspannt nur bis zur Amsterdam ArenA gefahren und haben uns dort auf den P+R Parkplatz gestellt. Kostenpunkt am Wochenende: 1 Euro für 24 Stunden, wenn man mit den Öffentlichen bis in die Stadt fährt. Das Ticket für 4 Personen kostet 6,80 Euro, pro Person fällt also nur ein Betrag von weniger als 2 Euro für den Tag an. In 15 Minuten war man auch schon in der Stadt - und das komplett stressfrei!
Don't walk. Dance! Yes!
Klischeebild.
Pommes! Kein Holland-Besuch ohne Pommes!
Harlemmerdijk. <3
Vespa.
Lissabon, Juni
Nach einer mehr als entspannten Woche surfen und Yoga in Burgau mit Anna ging es dann noch weiter nach Lissabon. Schon seit Jahren wollte ich die portugiesische Hauptstadt besuchen, aber es kam einfach nie dazu. Wir setzten uns also zusammen mit unseren Schweizer Freunden in Lagos in den Bus, zahlten 18 Euro und stiegen 3,5 Stunden später im sonnigen Lissabon wieder aus. Das sehr hübsche Airbnb-Zimmer war schnell gefunden, mit der äußerst netten Gastgeberin ein paar Worte gewechselt und dann ging es schon los, die Stadt zu erkunden.
Viel möchte ich zu den Sehenswürdigkeiten gar nicht sagen, sondern die Bilder sprechen lassen. Wir haben uns durch die Stadt treiben lassen, Pastel de Nata gegessen, Wein getrunken, einen Abend in äußerst netter Begleitung von Annas Mama verbracht, mit Bussen und Taxis gefahren, uns dank Anna nie verlaufen und den Vibe dieser besonderen Stadt einfach auf uns wirken lassen.
Straßen I
Ze Gäng.
Auto in Lissabon.
Straßen II
Bei Nacht.
Passend zur Tür.
Streetart.
Tourizeug gabs natürlich auch in Lissabon.
Paris, November
Oh Paris - wie kann man diese Stadt nicht ins Herz geschlossen haben? Im goldenen November durfte ich bei meiner Freundin Nathalie im 18. Arrondissement, gleich hinter dem Montmartre unterkommen. Wir waren essen, trinken, Rugby-WM schauen, spazieren, in St.Denis auf dem Flohmarkt, und und und. Doch auch hier: Bilder sprechen mehr als Worte.
Nach Valerias super inspirierenden Talk (siehe im Teil 1) kam ein weiterer
spannender Part: die Vorstellung der Projekte. Bei jeder Konferenz hat man die
Möglichkeit sein Projekt vorzustellen und zu promoten. Alle anderen dürfen dann
voten, welches das unterstützenswerteste Projekt ist und der Topf, welcher
durch eine Tombola zusammenkommt, geht dann zu Gunsten dieses Projekts.
Mittagstischmädchen.
Valeria beim Vortragen.
Es war wirklich, wirklich schwer, sich zu entscheiden: im Kopf geblieben
sind mir einige Projekte. Die Mädels von we ride Iran, die den Menschen im Iran
Surfunterricht geben wollen und so Frauen (und auch Männer) zu mehr
Selbstbewusstsein verhelfen wollen. Keep a breast, die mit einer App für Mädels
bei der Brustkrebsfrüherkennung helfen und es unter dem Motto #checkyourselfie auch
für junge Mädels cool machen wollen. Nina, die mit highheaven eine Plattform
zum gemeinsamen shredden bieten möchte. Noch ein paar Mädels, die im Elbruz Gebirge im Iran snowboarden, andere, die gegen Mobbing kämpfen und und und.
Das
beste Projekt, welches am Ende auch klar gewann, war Board of Media. Für die
wunderbar symphatische Emma Shoesmith und Freunde ist dies nicht nur die
Uni-Abschlussarbeit, sondern ein Lebensprojekt: zeigen, was Mädels drauf haben.
Per Film, Buch und Websites und wunderhübsch aufgemacht: boardofmedia.com
Der Abend nach diesem Tag mit super viel Input klang dann zum Galadinner im
Beach House in Anglet aus. Da wir Mädels sowohl in Baggy Pants als auch im
Kleid gut aussehen können, schmissen sich alle in ihr bestes Gewand und wir
hatten einen wunderbaren Abend auf der Terrasse fast direkt am Strand.
Girls united :)
Connecting over boundaries: Germany, Switzerland, England, Germany and Norway.
Am nächsten Tag brachte uns Lucy schon vor dem Frühstück zum schwitzen: mit
dem Yoga for Surfers zeigte sie, dass Yoga auch echt anstrengend sein kann und
sehr viel Spaß machen. Nach dem Frühstück erzählte uns Marika Borg aus ihrem
Leben und mit ihr, der Gründerin der bekannten Girliecamps, gingen wir dann
auch in Hendaye surfen. Und das war sau cool! 30 Mädels bei strahlendem
Sonnenschein, kleinen Wellen und glitzerndem Wasser im LineUp- yiieha.
After Surf Session.
Danach kurvten wir dann gleich weiter – ein Höhepunkt jagte den nächsten.
Der Quiksilver Pro Contest in Hossegor war gerade am 3. Tag angelangt und wir
schauten uns die Runs von unter anderem Gabriel Medina und Kelly Slater an. Am
Abend tanzten wir uns in Hossegor die Seele aus dem Leib – und alle starrten
uns ob der abgefahren Dance-Moves etwas geschockt an. Hehe.
Kelly Slater. DER Surfer.
Und leider muss auch der beste Workshop mal zu Ende gehen, der, der mich zum
einen immer mehr inspirierte, zum anderen auch sehr, sehr nachdenklich machte:
bin ich denn richtig, in dem was ich so den ganzen Tag mache? Kann ich
vielleicht doch mehr, als ich denke? Bin ich glücklich?
So gefangen in meinen Gedanken blieb ich dann noch zwei Tage in Biarritz um
mir zum einen die Stadt noch etwas anzuschauen und eigentlich auch, um noch
etwas surfen zu gehen. Aus dem surfen wurde aufgrund der sehr hohen und sehr
mushy Wellen zwar nichts, aber Biarritz verzauberte mich sehr.
Wellen.
Biarritz Downtown.
Markthalle. Ich liebe Märkte!
Wie kann man diese Aussicht nicht lieben?
Sonnenuntergang.
Im Surf Hostel hatte ich eine wunderbare Unterkunft gefunden und die
Möglichkeit kostenlos Räder auszuleihen nutzte ich ausgiebig. Neben am Strand
rumliegen, die Surfläden durchstöbern und riesen Wellen bewundern schlenderte
ich durch die Stadt und deckte mich am wunderhübschen Markt an der Rue des
Halles (hingehen!) mit Leckereien ein.
Der Sonnenuntergang in Biarritz ist ganz, ganz wunderschön – und am besten
mit einem kühlen Getränk vom Etxola Bibi. Es trifft sich alt und jung, Surfer
und Porschefahrer und es ist wirklich wunderbar.
Mit viel Sonne im Gepäck, einem Lächeln auf dem Lippen musste ich dann jedoch
schweren Herzens ‚à bientot Biarritz‘ sagen – aber ich komme wieder!
Und dann war er da, der erste Tag der Women in Boardsports (WIB) Conference. Wieder mit dem Zug düste ich von Bordeaux nach Biarritz, an den wirklich süßen, kleinen Bahnhof und suchte mir den nächsten Bus zur Domaine de Bassilour, unserem Tagungsort.
Schon der Weg dahin war von female connection geprägt: ein kleines Mädchen, ca. 12 stürzte auf Ihrem Run zum Bus. Zusammen mit ihren Freundinnen stieg sie super tapfer ein, um dann ihre riesen Platzwunde am Knie zu begutachten. Mit etwas Wasser von einer netten Französin und einem Pflaster von mir ging es weiter und sie scribbelte (zugegebenermaßen etwas bleich um die Nase, aber ohne eine Träne zu vergießen) auf ihrem Rucksack rum.
Die Domaine de Bassilour war dann wie in einem französischen Romantik-Film: alte Villen, verspielte, super schöne Details und Landhaus-Charme, wohin man blickte. Perfekt also, um 4 Tage zu quatschen, diskutieren und Sport zu treiben.
Nach erstem Beschnuppern (kennen tat ich an diesem ersten Tag nämlich noch keine der wunderbaren anwesenden Ladies), war auch schon die erste Speakerin an der Reihe: Kim Woozy, Skateboarderin und Gründerin von Mahfia, einem Netzwerk von weiblichen Pro-Athletinnen aus der Actionsportsbranche. Sie sprach über ihr Leben, den Anfang des Netzwerks und ihrem unglaublichen Erfolgen. Beeindruckend ist, wie sie als Praktikantin bei einer großen Skatefirma anfing und sich durch Kontakte, ihre Motivation und Passion für den Sport einen Namen machte und nun so viel für die Mädels in der Branche - auch über das skaten hinaus - tut. Unbedingt anschauen: MAHFIA TV
Da mich eine Erkältung eingeholt hatte, konnte ich am nächsten Morgen leider nicht am Yoga teilnehmen, sondern erst wieder an den weiteren Talks. Hängen geblieben ist an diesem Tag vor allem einer: der von Cori Schumacher, 4-malige Longboard-Surf Weltmeisterin aus Kalifornien. Auch sie sprach wieder von ihrem Leben, wie ihre Mutter noch im achten Monat schwanger surfen ging, wie sie von klein auf mit Wettkämpfen aufwuchs und bald auch die Schattenseiten des Business kennenlernte und sich auch durch Depressionen kämpfte. Sie, eine Frau, die zunächst nicht den üblichen Schönheitsvorstellungen der Surf-Industrie entspricht, aber so, so, so mitreißend und charismatisch ist, erzählte dann zum Schluss eine Geschichte, die mich heute noch laut 'yeah!' rufen lässt:
2013 veranstaltete die Surf-Firma Roxy in Biarritz wie jedes Jahr einen Stop der ASP World Tour im Surfen. Der Werbeclip für diese Veranstaltung war klischeehafter und sexistischer als man sich hätte vorstellen können: nackte, blonde, schlanke Frau im Bett, unter der Dusche und am Strand. Surfen war absolut Nebensache. Cori, die sich seit einigen Jahren aktiv gegen Sexismus und Rollenklischees im Surfen einsetzt, entschied sich daraufhin eine Petition zu starten. Sie rechnete zunächst nicht mit dem größten Erfolg und glaubte an ca. 1.000 Unterschriften. Am Ende waren es fast 22.000 Unterschriften, die sich gegen diesen sexistischen Clip aussprachen und Cori brachte die Petition persönlich in das Roxy Headquarter nach San Diego. Auch wenn es zunächst nicht nach einer Erfolgsgeschichte aussah, so zeigte sich in diesem Jahr dann, dass Roxy doch aus der Geschichte gelernt hat, denn das Video der 2014er Veranstaltung in Hossegor ist einfach nur badass und richtig, richtig gut:
Wah, mega, oder? Ich freue mich echt jetzt noch so sehr über diesen Erfolg! Die gesamte Geschichte ausführlicher gibt es auch hier auf Englisch noch einmal: Huffington Post September 2013
Am Nachmittag ging es mit JoeBaby Noonan, einem Delphin-Flüsterer von den Bahamas und Alba Pardo, Action-Fotografin aus Spanien, gleich weiter. Interessante Gespräche über Fotografie, ein wenig Action und viel, viel Gelache ließen die Zeit wie im Fluge vergehen. Am Abend konnten wir einen traumhaften Sonnenuntergang an den Klippen von Bidart erleben und leckerstes Tapas im Le Madrid genießen. Nur zu empfehlen!
Sunset time.
Auch der nächste Tag wurde wieder spannend: Maritxu Darrigrand, die Gründerin von Roxy, kam, um von ihrem Leben zu sprechen. Wahnsinnig inspirierend, was diese Frau geschafft hat. Als quasi eine der ersten Frauen, die aktiv die Branche gestalteten, ist sie eine Voreiterin für uns alle, die sich in der Branche bewegen und manchmal vielleicht auch den Mut ob der riesigen Berge an Klischees verlieren.
Am Nachmittag kam dann wohl der für mich inspirierendste Talk, der mich auch heute noch über mich, mein Leben und das was mich ausmacht nachdenken lässt. Valeria Kechichian, Gründerin der Longboard Girls Crew, von der wohl jeder, der sich für das Thema Longboard interessiert, schon einmal etwas gehört hat, sprach und ich hang an ihren Lippen. Sie sprach von Frauenbildern und Ansprüchen, die man selber hat, von sich, über das Leben und davon, wie man mit einer Leidenschaft und viel, viel Arbeit etwas erreichen kann und ich hätte ihr ewig zuhören können. It's all about love. Yes.
Some lose all mind and become soul. Insane.
Some lose all soul and become mind. Intellectual.
Some lose both and become accepted. '''Bukowski
Und weil die Mädels der Longboard Girls Crew so unfassbar rocken, müsst ihr euch einfach den Trailer zu ihrem neuen Film 'Open' anschauen, der in Israel gedreht wurde und erst kürzlich Premiere in Madrid feierte:
Nach einer langen Durststrecke über den Sommer (der in meinem Teil von Deutschland zwar echt gut startete, aber dann doch recht abflachte), vielen geschwommenen Kilometern im Freibad von Heilbronn, ein paar Trips zum Wochenende (Berlin Festival, Dresden und Jena, the usual) ging es mal wieder raus aus Deutschland.
Und zwar zur Women in Boardsports (WIB) Conference, die dieses Jahr in Biarritz statt fand. Zur Erklärung: das ist ein seit 6 Jahren jährlich stattfindendes Treffen von Frauen, welche im Bereich Action- und Boardsports arbeiten, diesen lieben und leidenschaftlich betreiben. Schon letztes Jahr wollte ich dran teilnehmen, dann aber kam der neue Job (auch in der Sportindustrie) dazwischen.
Women in Boardsports Conference 2014
Ich freute mich also auf eine Woche coole Mädels, surfen, Yoga, viele interessante Gespräche und das alles an einem wunderbaren Ort: Biarritz. Doch zuvor wollte ich noch Bordeaux sehen, die selbsternannte schönste Stadt Frankreichs.
Die Wahl des Verkehrsmittels war diesmal nicht so schnell erledigt wie sonst, denn alles war recht teuer - vor allem das Fliegen. Auf so eine weite Strecke (immerhin knapp 1.300 km) mit dem Auto hatte ich auch keine Lust, also kam der Zug ins Spiel. Für weniger als 200 Euro buchte ich retour und saß also Samstag Abend im Zug gen Stuttgart. Tipp: am besten nicht über bahn.de, sondern über die Seite der französischen Bahn gehen: SNCF Voyages (auf Deutsch).
In diesem fühlte ich mich ohne High Heels und schwarzem Mini recht underdressed, nahm dies aber gelassen, denn hey: ich bin bald in Frankreich, ha! In Stuttgart hieß es dann nochmal 1,5 Stunden bis 1:35 Uhr warten, aber die Kulisse war super. Aufgetreten sind: besoffene Dirndlträgerinnen, Lederhosen-Burschen und eine große Ritter Sport Schokolade, von welcher ich das Schauspiel der Wasen-Besucher in vollem Maße überblicken konnte.
Die Zugfahrt war recht kurzweilig, in Paris merkte ich gottseidank noch, dass ich den Bahnhof wechseln musste (das wäre fast schief gegangen!) und dann tuckerte ich Bordeaux entgegen.
Die Suche nach einem Hostel gestaltete sich jedoch schwierig, denn nirgends konnte ich unter Hostel Bordeaux etwas gewohnt hostelartiges finden. Die Damen und Herren Franzosen sind da ja sehr eigen und so googelte ich auf französisch weiter und fand die Auberge jeunesse, recht nah am Bahnhof. 23 Euro inklusive Frühstück war für das saubere Zweibettzimmer sehr OK. Nur die spanischen Rotzlöffel, die zu 40st auftraten, können gerne das nächste mal daheim bleiben ;)
Velo-Franzi
Durch die Gassen von Bordeaux
Fensterladen-Liebe
Miroir d'Eau de Bordeaux
Miroir d'Eau 2eme
Fahrrad-Liebe
Da mein Aufenthalt nur kurz war, konnte ich mir neben den üblichen touristischen Attraktionen nicht viel anschauen. Daher eine kurze Zusammenfassung von 24h Bordeaux:
- An einem Sonntag im späten September ist es sehr, sehr leer tagsüber, abends jedoch immer noch sehr gut besucht. Und: viele der Läden in der Innenstadt haben auch am Sonntag geöffnet, zB. auf der Rue Sainte Catherine, der Haupteinkaufsstraße.
- Und noch ein Shopping-Hinweis: der riiiiesen Outlet-Store 'Quai des Marques' hat Sonntags offen, aber nicht Montags. Genauso wie das CAPC, das Musée des Arts Contemporaines. Und jetzt ratet mal, was ich Montags machen wollte? Ja, genau. Argh.
- Leihfahrräder sind super! Mit der Kreditkarte kann man sich ganz einfach registrieren, kostet für 24h Ticket 1,50 Euro. Danach: Radl aus der Station nehmen, 30 Minuten for free fahren und für jede weitere Stunde 2 Euro zahlen. Ausleihen und ausgeben geht an mehr als 150 Stationen und ist echt suuuper easy. FAZIT:
Günstig.
Man sieht viel mehr als in der U-Bahn und kommt weiter als zu Fuß.
Es ist gut für die Figur.
Und, Totschlagargument: Fetzt einfach.
- Tipp: Am Quai entlang spazieren und Menschen beobachten ist wunderbar und sehr entspannend. Auch ambitionierte Läufer finden hier perfekte Bedingungen vor.
- Bordeaux hat wunderbar viele Cafés, Bars und Restaurants - in der Altstadt rund um den Palace Saint Pierre oder am Place du Parlament. Ich werde mit einer guten Freundin wiederkommen und mich in jedes Café begeben und ein Gläschen Wein trinken!
- Und noch ein Tipp am Quai: unbedingt den Miroir d'eau anschauen! Das ist ein Kunstwerk zum benutzen - ein großes Feld aus Wasser, in der sich die Börse spiegelt (wenn nicht gerade viele juchzende Kinder rumhüpfen. Oder deutsche Touristinnen, hehe).
Der Winter war zwar nicht besonders schneereich, durch meinen neuen Job und dem damit wieder etwas südlicher verbundenen Wohnort gab es aber dieses Jahr über 20 Tage auf dem Snowboard in den Bergen. Was einerseits sehr viel Spaß bedeutete, ließ aber aus Zeit- und Geldgründen auch keine anderweitigen Reisen zu, daher war es hier eher ruhig.
So sah mein Winter aus. Yessa.
Doch das sollte sich Mitte April endlich wieder ändern. Und mein Reiseziel in diesem Frühjahr war mal anders als das typische Strand/Surfen/Dschungel-Abenteuer, was mich sonst (und auch immer noch sehr!) so anzieht. Nein, dieses Reiseziel forderte von allen Freunden, meiner Familie und Bekannten eher den Wortlaut: "Waaas, bist du verrückt? Warum? Ist das nicht gefährlich? Was willst du denn da bitte?".
Doch ich ließ mich nicht beirren: ab in den Iran!
Zusammen mit drei Freunden machte ich mich also an Flugbuchung, las mir alle möglichen Bücher und Romane zum Iran durch (Tipp: Eskandar von Siba Shakib!), Romy besorgte uns allen in wunderbar unkompliziert Visa und so saß ich an einem Donnerstag im April um 7:30 im Flugzeug gen Istanbul. Dort hatte ich einen ganzen Tag lang Aufenthalt, ehe ich dann am Abend vom Flughafen am anderen Ende der Stadt weiter in Richtung Teheran abheben sollte. Nach Istanbul wollte ich eh schon immer, also war das perfekt.
Nach einer schier ewig dauernden Passkontrolle schnappte ich mir meinen Rucksack vom Band und weiter ging's mit dem Bus in die Innenstadt. Dank der Info im kleinen Touri-Büro fand ich den kleinen Laden von Bagaj Istanbul, wo man sein Gepäck für kleines Geld abstellen kann. Super praktische Sache, direkt am Taksimplatz und somit sehr zentral für die Busse vom und zum Flughafen gelegen.
Danach ließ ich mich einfach durch Beyoglu treiben - und die 6 Stunden vergingen wie im Flug. Taksimplatz, Istiklal, viele, viele super süße Shops, Cafés und Kneipen und anliegende Sehenswürdigkeiten wurden begutachtet.
Schöner Kitsch.
Kitsch again.
Gegenüber der Üc Haren Kilisesi Istanbul.
Istiklal
Finde den Fehler.
Galata.
Diskussionen.
2 XXL Blusen für den Hejab-Style im Iran reicher (und wenn nicht der erste Tag gewesen wäre, hätte ich die Läden leergekauft, alle!) und mit der Kamera immer im Anschlag, überquerte ich dann auch die Galata Brücke und schaute mir noch die sehr hübsche Neue Moschee an. Zugegebenerweise war dies die erste Moschee, die ich in meinem Leben besuchte - trotz einem halben Jahr in Indonesien.
Selfie-time vor der Neuen Moschee.
Die Neue Moschee von innen.
Fischer auf der Galata Brücke.
Wunderhübscher Buchladen.
Total überwältigt von dieser Stadt und begierig, noch mehr zu sehen, gönnte ich mir nur einen Börek auf die Hand und wanderte weiter durch die Straßen. Leider war die Zeit einfach viel zu schnell vorbei und ich musste mich schon bald auf den Weg zum Flughafen machen. Wenn man 18 Uhr mit einem Bus gen Sabiha Gökcen Airport fahren muss, kann dies schon mal 2,5 Stunden dauern - das musste ich am eigenen Leibe erfahren. Doch pünktlich kam ich dann doch durch die wieder ewig dauernde Passkontrolle und stieg mit Tuch und langen Sachen bewaffnet gegen 23 Uhr ins Flugzeug...
Istanbul, ich komme definitiv wieder - und bringe einen großen Koffer für all deine Schätze mit!