Posts mit dem Label surfen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label surfen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 20. November 2014

Das erste Mal in Afrika - hi Essaouira!


Better late than never - das ist wohl das Motto dieses Blog-Posts. Vor mittlerweile etwas mehr als einem halben Jahr machte ich mich auf nach Marokko....

3 Wochen nach meinem letzten Ausflug nach Frankreich im Oktober machte ich mich wieder auf den Weg - um endlich mal Afrika zu sehen. Da meine Eltern (hallo Papa!) mit uns nie Pauschalurlaube in Ägypten, Tunesien und Co. machten (Danke Papa! :) ) und ich es einfach bisher noch nicht in diese Gefilde der Welt schaffte, war die Vorfreude auf einen neuen Kontinent besonders groß.

Los ging es diesmal in Frankfurt Hahn - hässlicher Flughafen, Charme = 0. Aber was will man von einem Flughafen, von dem fast nur Ryanair abfliegt, schon erwarten (und hey - für einen Flug für 36 Euro (+15 Euro Gepäck nehme ich das gerne in Kauf!). Immerhin hat Ryanair jetzt auch die Sitzplatzzuweisung vor dem Flug eingeführt, so dass das große Drängeln auf das Einchecken ausgeblieben ist.

Gelandet in Marrakesh hieß es mal wieder anstehen bei der Passkontrolle - da schätzt man reisen in Europa dann doch sehr. Nachdem aber auch das überstanden war und ich auch meinen Rucksack wohlbehalten in die Arme schließen konnte, erblickte ich am Ausgang gleich den beim Hostel bestellten Fahrer. Normalerweise ist das ja nicht unbedingt meine Art, aber ich wollte mich nicht unbedingt im Dunkeln in den verwirrenden Gassen der Medina verlaufen. 

Und am Hotel angekommen, wurde ich gleich mit der unangenehmen Seite Marrokkos konfrontiert: über den Tisch gezogen werden. Trotz Fixpreises auf der Hostelseite forderte der Taxifahrer einen höheren Preis und da der Mann nach wiederholtem Widersprechen meinerseits immer böser wurde, beschloss ich, die Sache im Hostel zu hinterfragen.

Im sehr hübschen Equity Point Hostel klärte sich die Situation beim Einchecken dann aber sehr schnell und ich bekam mein Geld zurück. Bei Humus und frischem Brot lernte ich schnell ein paar andere Reisende kennen und so klang der Abend beim üblichen Austausch von Geschichten aus.

Der ursprüngliche Plan war eigentlich, schon am Ankunftsabend mit dem CTM-Bus nach Essaouira zu reisen um länger Zeit in und am Wasser zu haben. Durch die späte Landezeit war mir das dann aber doch recht knapp und so befand ich mich erst am nächsten Morgen um 8 Uhr an der Busstation von Supratours ein - ohne vorher ein Ticket gebucht zu haben. Jeder, den ich fragte (auch das Internet), war da ja skeptisch gewesen und ich hörte immer: 'Jaaa, da wirst du keinen Bus kriegen, da muss man mindestens 3 Tage vorher buchen, super voll, keine Chance, niemals, nein nein nein'.

Davon ließ ich mich dann aber nicht abschrecken, stellte mich an den Schalter, hatte nach 2 Minuten mein Ticket, saß nach 10 Minuten im Bus und um 11:30 Uhr war ich in Essaouira. Et voilá - wieder mal bewahrheitete sich die alte Devise: einfach machen!



Aus dem Bus raus schüttelte ich erstmal alle nervigen Menschen ab, die einem Hotels, Tragedienste und sonst was andrehen wollen und stiefelte los, gen Hostel. So dachte ich jedenfalls. In echt stellte sich die Geschichte als etwas schwieriger raus, denn so eine Medina ist auch mit Licht recht unübersichtlich. Ich verlief mich also erstmal so richtig und da ich kluger Mensch auch die Karte von Essaouira auf dem Handy nicht vorgeladen hatte, konnte mich auch der blaue GPS- Punkt nicht retten. Eine sehr nette Marokkanerin tat dies dann aber und zeigte mir den Weg zum Riad Dar Afram

Mauerliebe I
Mauerliebe II

Dieses ist sehr hübsch, hat einen super netten marokkanisch-australischen Besitzer und Blick aufs Meer, yeay. Nach einem kurzen Verschnaufen meldeten sich Hunger und Neugier und ich machte mich auf Richtung Strand. Ich war ja schließlich zum Surfen da!

Am Strand erstmal Enttäuschung: ultra kleine Wellen (selbst für mich) und ein bisschen dreckig. Dazu kam noch der bewölkte Himmel: Mäh. Nach einem kurzen Schnack mit dem Board-Verleiher kam jedoch die Hoffnung zurück: mit High Tide am Nachmittag wäre alles besser. So sprang ich dann am Nachmittag mit einem Longboard bewaffnet in die Wellen und hatte echt Spaß - klein aber powerful ist die Devise.

Mit meinen betrunkenen, englischen Zimmerkollegen verbrachte ich dann einen sehr lustigen Abend und habe gleich noch einen Restauranttipp: das Elizir. Super, super leckeres Essen und super cooles Interieur - da konnte ich auch den etwas höheren Preis (ca. 18 Euro für 3 Gänge und Wein) verkraften. Am besten vorher reservieren, da die Plätze sehr begehrt sind.
Leckerstes Essen im Elizir.
In den nächsten zwei Tagen in Essaouira stromerte ich durch die Gassen, ging surfen, ass Fisch am Hafen (merke: Hände desinfizieren und nicht nur waschen beugt Magen-Darm vor. Auauaua. ) und chillte auf der Hostel-Dachterrasse.

Meer sehen.
Fisch sehen.
Vögel sehen.
Boote sehen.
Sonnenuntergang sehen.
Menschen sehen.
Irgendwann waren aber aufgrund der nur kurzen Reisezeit aber auch die schönen Tage am Meer passé, da wir (mittlerweile war mein Kumpel Kevin, mit dem ich letztes Jahr schon in Porto war, auch angereist) ja auch noch mehr vom Land sehen wollten, als nur Essaouira. Zunächst planten wir ja eigentlich nur mit Bus herumzureisen. Das wurde aus Zeitgründen verworfen. Dann wollten wir ein Auto in Essaouira mieten und über Taghazout und Taroudant nach Ouazazate fahren. Da es aber nur windige Autovermieter gab, düsten wir mit den englischen Jungs nach Marrakesh und besorgten uns dort einen Mietwagen.

Dies war wieder mit vielen Diskussionen verbunden, so wie eigentlich jedes Geschäft in Marokko. Als wir dann endlich im Auto saßen, war es fünf und somit fast schon dunkel. 240 km lagen vor uns, Google Maps meinte, es wären ca. drei Stunden zu fahren. In Reiseführern und Internetforen schrieben alle, man solle doch bei Dunkelheit besser nicht fahren, wir waren aber mutig und so schlimm waren die Straßen bisher ja auch nicht gewesen.

Nach dem Gewusel durch die Stadt war die Straße die ersten Kilometer dann auch ganz ok, bis wir dann zu den ersten Bergen kamen. An einem der Berge überholten wir einen Lkw, der mit 20 km/h den Berg vor uns hinauf kroch. Leider war die Linie durchgezogen und noch mehr leider entdeckte dies auch die Polizei, die oberhalb der Stelle stand.

Diese zog uns dann also raus und meinte, dass das Überholen an einer durchgezogenen Linie 700 Dirham (ca. 70 Euro) kosten würde und ein Verstoß erster Güte wäre. Shit. Also Führerschein, Pass und Papiere raus gegeben und dann zum Polizeiauto. Nachdem ich vorher schon versucht hatte, den Preis zu drücken und der Polizist uneinsichtig schien, kam das Angebot, die Strafe auf 300 Dirham (ca. 30 Euro) zu drücken, recht überraschend.

Angenommen haben wir es aber natürlich! Mit einem netten Lächeln, charmantem Auftreten und etwas französisch kann man halt doch einiges erreichen. Auf dem weiteren Weg trafen wir auch noch auf zwei weitere Polizeikontrollen, die uns aber ohne anhalten durchwunken. 

Weiter ging die Fahrt durch Serpentinen und enge Kurven, hinter extrem langsamen Lastern her, welche mit 15 km/h den Berg hochzuckelten (und die wir uns kaum noch zu überholen trauten, da fast immer der Strich durchgezogen war) und blendendem Gegenverkehr. 

Statt drei Stunden haben wir am Ende fast fünf gebraucht und unsere Ankunft war dann erst um 22 Uhr. Beim Buchen des Zimmers hatte ich jedoch vorher angegeben, dass wir ca. 18 Uhr ankommen werden und war dementsprechend angespannt (sorry Kevin!), ob wir überhaupt noch ein Bett bekommen würden. Der nette Hotelbesitzer war jedoch noch wach und auch das wirklich hübsche Zimmer mit dem weichen Bett war noch für uns reserviert.

Samstag, 15. November 2014

Women in Boardsports Conference Teil 2


Nach Valerias super inspirierenden Talk (siehe im Teil 1) kam ein weiterer spannender Part: die Vorstellung der Projekte. Bei jeder Konferenz hat man die Möglichkeit sein Projekt vorzustellen und zu promoten. Alle anderen dürfen dann voten, welches das unterstützenswerteste Projekt ist und der Topf, welcher durch eine Tombola zusammenkommt, geht dann zu Gunsten dieses Projekts.

Mittagstischmädchen.
Valeria beim Vortragen.
 Es war wirklich, wirklich schwer, sich zu entscheiden: im Kopf geblieben sind mir einige Projekte. Die Mädels von we ride Iran, die den Menschen im Iran Surfunterricht geben wollen und so Frauen (und auch Männer) zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen wollen. Keep a breast, die mit einer App für Mädels bei der Brustkrebsfrüherkennung helfen und es unter dem Motto #checkyourselfie auch für junge Mädels cool machen wollen. Nina, die mit highheaven eine Plattform zum gemeinsamen shredden bieten möchte. Noch ein paar Mädels, die im Elbruz Gebirge im Iran snowboarden, andere, die gegen Mobbing kämpfen und und und.

Das beste Projekt, welches am Ende auch klar gewann, war Board of Media. Für die wunderbar symphatische Emma Shoesmith und Freunde ist dies nicht nur die Uni-Abschlussarbeit, sondern ein Lebensprojekt: zeigen, was Mädels drauf haben. Per Film, Buch und Websites und wunderhübsch aufgemacht: boardofmedia.com


Board of Media Indiegogo film from Emma J Shoesmith on Vimeo.


Der Abend nach diesem Tag mit super viel Input klang dann zum Galadinner im Beach House in Anglet aus. Da wir Mädels sowohl in Baggy Pants als auch im Kleid gut aussehen können, schmissen sich alle in ihr bestes Gewand und wir hatten einen wunderbaren Abend auf der Terrasse fast direkt am Strand.

Girls united :)
Connecting over boundaries: Germany, Switzerland, England, Germany and Norway.
Am nächsten Tag brachte uns Lucy schon vor dem Frühstück zum schwitzen: mit dem Yoga for Surfers zeigte sie, dass Yoga auch echt anstrengend sein kann und sehr viel Spaß machen. Nach dem Frühstück erzählte uns Marika Borg aus ihrem Leben und mit ihr, der Gründerin der bekannten Girliecamps, gingen wir dann auch in Hendaye surfen. Und das war sau cool! 30 Mädels bei strahlendem Sonnenschein, kleinen Wellen und glitzerndem Wasser im LineUp- yiieha.

After Surf Session.
Danach kurvten wir dann gleich weiter – ein Höhepunkt jagte den nächsten. Der Quiksilver Pro Contest in Hossegor war gerade am 3. Tag angelangt und wir schauten uns die Runs von unter anderem Gabriel Medina und Kelly Slater an. Am Abend tanzten wir uns in Hossegor die Seele aus dem Leib – und alle starrten uns ob der abgefahren Dance-Moves etwas geschockt an. Hehe.

Kelly Slater. DER Surfer.
 

 

Und leider muss auch der beste Workshop mal zu Ende gehen, der, der mich zum einen immer mehr inspirierte, zum anderen auch sehr, sehr nachdenklich machte: bin ich denn richtig, in dem was ich so den ganzen Tag mache? Kann ich vielleicht doch mehr, als ich denke? Bin ich glücklich?

So gefangen in meinen Gedanken blieb ich dann noch zwei Tage in Biarritz um mir zum einen die Stadt noch etwas anzuschauen und eigentlich auch, um noch etwas surfen zu gehen. Aus dem surfen wurde aufgrund der sehr hohen und sehr mushy Wellen zwar nichts, aber Biarritz verzauberte mich sehr.
Wellen.
Biarritz Downtown.
Markthalle. Ich liebe Märkte!
Wie kann man diese Aussicht nicht lieben?
Sonnenuntergang. 
Im Surf Hostel hatte ich eine wunderbare Unterkunft gefunden und die Möglichkeit kostenlos Räder auszuleihen nutzte ich ausgiebig. Neben am Strand rumliegen, die Surfläden durchstöbern und riesen Wellen bewundern schlenderte ich durch die Stadt und deckte mich am wunderhübschen Markt an der Rue des Halles (hingehen!) mit Leckereien ein.

Der Sonnenuntergang in Biarritz ist ganz, ganz wunderschön – und am besten mit einem kühlen Getränk vom Etxola Bibi. Es trifft sich alt und jung, Surfer und Porschefahrer und es ist wirklich wunderbar.

Mit viel Sonne im Gepäck, einem Lächeln auf dem Lippen musste ich dann jedoch schweren Herzens ‚à bientot Biarritz‘ sagen – aber ich komme wieder!

Donnerstag, 21. März 2013

Strandaction von Jacó bis Santa Teresa

Wie schon im letzten Post angekündigt fuhr ich also am nächsten Morgen mit den 3 Mädels und Amit nach Jacó. Eigentlich wollte ich hier gar nicht hin, weil es DIE Touristenhochburg für feierwütige, besoffene Amis. Aber da die Mädels so nett waren und ich sicher war, mit ihnen viel Spaß zu haben, schloss ich mich ihnen an.

So fuhren wir also mit dem Auto zu fünft ohne Klimaanlage durch die Hitze - der erste Stop waren die riesen Krokodile im Rio Tarcoles. Die chillen da eine Runde ab und man kann sie von der Brücke beobachten. Schwimmen wäre wohl nicht soooo klug ;)
Crocodile river
Next stop war dann schon Jacó - nach einchecken in unsere Ferienwohnung gings ab an den Strand, erstmal lecker Ceviche essen. Das ist eines der Nationalgerichte von Costa Rica und besteht aus Fisch oder anderem Meeresgetier in einer kalten Sauce mit Koriander und anderem Gewürz. Lecker! (Sogar mit Koriander, ja ja)

Der erste richtige Sonnenuntergang in Costa Rica war dann auch sehr nett anzuschauen und wir machten gefühlt drei zilliarden Fotos.



Jacó an sich ist wirklich ein Vergnügungsschuppen am anderen und voll von Prostituierten und besoffenen Amis. Abends im Club wurde ich dann auch in der Kloschlange mehr als böse von einer aufgetakelten Nutte angemacht - ich muss zugeben, nicht die beste Erfahrung ;)

Am nächsten Morgen floh ich dann, trotz der wirklich netten Begleitung, aus Jacó und fuhr mit dem Schnellboot nach Montezuma auf der Nicoya Halbinsel. Auf dieser Fahrt verbrannte ich mich nicht nur ganz böse, sondern konnte auch Delphine und eine große Schildkröte sehen. Ganz wundervoll!
Delphine!
Das Endziel war jedoch nicht das Hippiestädtchen Montezuma, sondern das viel gelobte Santa Teresa, Dorf der Surfer und der staubigen Straße, welches fest in den Händen von Israelis ist. Auch in meinem Hostel, der Casa de Gingi, wurde hebräisch gesprochen. Dort traf ich dann gleich auf wirklich super nette Leute und ich erkundete gleich mit Ari, einer Neuseeländerin, den Strand und den gerade stattfindenden kleinen Markt. Und da verliebte ich mich gleich in das kleine Nest, seinen Strand und dessen Bewohner.

Banana Beach Bar 

Ari und ich auf Entdeckungstour
Am Abend wurde dann das jüdische "Purimfest" gefeiert und in der lokalen Stranddisko, dem coco loco, ging die Post ab. Viele waren verkleidet, alle betrunken und es ging zu wie im Film. Als dann noch eine Sambaband und die passenden Tänzer kamen, war es dann ganz unwirklich. Leider gibt's von dem Abend keine Bilder, denn aus Sicherheitsgründen hatte ich die Kamera daheim gelassen. Dies ist eine der Schattenseiten des Reisens in Mittelamerika: nachts sollte man nicht alleine auf die Straße gehen. Es gibt ziemlich viele Überfälle und als Frau hat man auch immer die Gefahr in den Busch gezogen zu werden - selbst im eigentlich sicheren Costa Rica.

Die nächsten Tage waren dann gefüllt mit surfen, in der Hängematte chillen, in einem der leckeren Restaurants essen, Yoga am Strand machen und den Sonnenuntergang mit ein paar Mojitos erleben. Perfekt - so kann Urlaub anfangen.


Nach drei Tagen wollten wir jedoch aus dem Kreislauf des Faulseins ausbrechen und so ging es mit 4 anderen Mädels aus der Schweiz, Neuseeland und Australien nach Montezuma, zu den Wasserfällen. Nach den ersten 20 Minuten am Flusslauf, welche wir am Flusslauf entlanghüpften, kamen wir am ersten und größten Wasserfall an. Dieser war noch voll mit vielen Touristen und so kraxelten wir weiter den Berg hinauf - unnötig eigentlich zu sagen, dass der Schweiss in Strömen floss ;) Doch die anderen beiden kleineren Wasserfälle machten dies wieder wett und am Tarzan Swing schwangen wir uns in das kühle Nass. Zurück ging es dann wieder über viele Steine und Stufen und zur Erfrischung gab es frischen Kokosnusssaft, njommiiii!


Nach 4 wunderbaren Tagen in Santa Teresa machte ich mich dann schweren Herzens auf in die Berge, ein bisschen Höhenluft schnuppern...

Samstag, 17. Dezember 2011

Back to Bali: Hahnenkampf und der alltägliche Wahnsinn

Nach vier Wochen backpacken in Indonesien war es dann auch mal wieder an der Zeit in die "Heimat" zurückzukehren. Bali soll ja auch schön sein- hab ich gehört ;).

Bereits am zweiten Tag nach der Ankunft hatten wir schulfrei, da ein Bali-weiter Feiertag anstand. An diesem wurden sehr, sehr viele Zeremonien abgehalten und eine weitere Attraktion wurde noch ausführlicher gepflegt als sonst: der Hahnenkampf. In Bali seit einiger Zeit an sich verboten, wird er immer noch in Hinterhöfen und im Geheimen ausgeführt.

ACHTUNG. Jetzt kommt wieder Content mit Tieren, die NICHT süß sind.

So machte ich mich also mit Sina und Benny auf gen Tabanan. Dort fragten wir uns dann durch die Dörfer und fanden schlussendlich einen netten Menschen der uns zum Kampfplatz brachte. Dort zahlten wir die 10.000 Rupi Eintritt und kamen dann in den Hinterhof einer Ziegelei.

Der Kampfplatz an sich war richtig mit Tribünen und Dach aufgebaut, davor gab es neben Essensständen auch Second Hand Unterhosen. Nun gut, warum auch nicht.

Da wir das ganze ganz gut getimt hatten, ging es auch gleich los. Wir waren die einzigen Weißen (auf Bali ja ein kleines Wunder!) und zudem waren Sina und ich noch die einzigen Frauen am Ring. Benny wurde auch gleich von einem Indo geschnappt und sollte auf einen der Hähne setzen. Das Wettbusiness ist da echt ein ganz einträgliches Geschäft, wenn man Glück hat. Ich habe selten so viel Geld bei den Indos auf einen Haufen gesehen.

Kurz bevor es los ging wurden die Wetten in einem witzigen Schauspiel gesetzt und die Hähne präpariert. Eine Kralle bekam einen dicken Dorn drangebunden und die Hähne mit bestimmten Massagen aufgehetzt.

Dann wurden die Tiere aufeinandergejagt und ab gings. Der weiße Hahn war dann rot, jedoch noch am Leben. Es wird nur so lange gekämpft, bis ein Hahn am Boden liegt. Benni hatte natürlich nicht auf uns gehört und auf den falschen Hahn gesetzt und somit seine heldenhaft gesetzten 10.000 Rupien verloren. Schade.





Wir schauten uns ein paar der Kämpfe an und dann ging es auch wieder heim. Im strömenden Regen. Denn so langsam hat uns hier die Regenzeit erreicht - es regnet jetzt fast jeden Tag, immerhin nicht am Stück durch.

Surfen läuft auch immer besser - ich stehe fast jeden Tag auf dem Brett und versuche mich an den Wellen. Manchmal ist das ziemlich deprimierend, aber dann kommen wieder lichte Momente, in denen alles klappt. Keine Welle ist halt wie die andere.




Gefeiert haben wir auch immer mal. In letzter Zeit auch immer häufiger, jetzt wo es gen Ende zugeht ;)


Donnerstag, 27. Oktober 2011

Hoher Besuch


Selamat pagi,
diese Woche folgen die Ereignisse noch dichter als sonst, da ich seit einer Woche ja Besuch von meinen Eltern und Isi habe und dazu noch ein Ferienkind bin. Zeit also für viele Unternehmungen und Ausflüge.

Letzte Woche musste ich noch ein paarmal die Schulbank drücken, also wurde bis auf ein paar Stunden am Strand und gemeinsame Bummeleien durch Seminyak nicht zu viel unternommen. An einem Nachmittag habe ich mir Isa und Vati geschnappt und habe ganz professionell den Surf-Lehrer gemimt. Isi hat nach zwei Stunden üben auf dem Brett gestanden – und auch Vati war kurz davor. Dazu muss man sagen, dass das Brett für seine stattlichen Muskelmassen einfach mal zu klein war. Ehrlich!





Freitag, am gefühlt heißesten Tag aller Zeiten ging es dann ab nach Uluwatu. Dort schauten wir uns in der glühenden Sommerhitze (…und ich nach einer Partynacht für die Waisenkinder Balis…öhöm…) Affen, Klippen und Tempel an. Nur die Affen und ich… nun ja, wir werden uns glaub ich nie anfreunden. Dann ging es weiter zum Strand von Padang Padang, den ich hier im Blog ja schon mal erwähnte. 




Am Samstag wollten wir dann eigentlich zusammen nach Padang Bai schnorcheln gehen, jedoch hat mich der böse Bali Belly der Vornacht mit Fieber ans Bett gefesselt. Nachdem ich jetzt fast 2 Monate davon verschont geblieben bin, war das ja an sich nur noch eine Sache der Zeit ;) Nach einem Tag vegetieren im Bett ging es mir dann aber schon am nächsten Tag wieder besser.

Gestern stand noch einmal Ubud und Umgebung auf dem Plan. Bereits hier beschrieben und gezeigt: Affentempel und die schönste Straße Ubuds mit dem leckersten Essen.  Auch wir sahen wieder viele tolle Reisfelder und die Stadt zog auch die Eltern in den Bann.

  Damit auch ich meine „Been there, done that“- Liste weiter abhaken konnte, fuhren wir am Nachmittag dann zum Gunung Kawi – den Königsgräbern. Wunderschön ins Tal eingebettet lag diese tolle Tempelanlage – zwischen Reisfeldern und Regenwald. Und wir wurden auch noch das Forschungsobjekt einer indonesischen Klasse - Vati war ein beliebtes Fotoobjekt :)  





Auch der Rest dieser Woche ist schon wieder fest verplant: Tanah Lot, Gunung Batur, Trekking durch den Regenwald und am Freitag in der Frühe geht es für mich dann auch schon ab nach Sulawesi. 

Montag, 26. September 2011

Ein Wochenende in Ubud

Hallo Ihr Lieben,
immer wieder Sonntags gibt's Neuigkeiten aus Bali! So war jedenfalls der Plan - dank viel zu viel Erlebtem jedoch diese Woche erst Montag.

Die letzte Uniwoche (die ja gottseidank nur 3 Tage lang ist) verging wie im Fluge - ich habe wieder einige neue Bahasa Vokabeln gelernt, die nun fleißig beim Warung um die Ecke angewandt werden. Außerdem haben wir jetzt einige Case Studies und Reports als Hausaufgaben bekommen  - ja, ich studiere wirklich!

Doch eigentlich ist die Uni tatsächlich Nebensache, denn es gibt einfach so viel zu entdecken und zu sehen. Am Donnerstag waren wir mit der Klasse auf einer Kautschukplantage - dahin wurden wir wie die Tiere in einem offen Lastwagen transportiert. Das sorgte natürlich nicht nur bei den Studenten für Erheiterung, sondern auch bei den Einheimischen die um uns herum waren.... Mittagessen gab es dann auf einem hohen Berg mit einem wirklich tollen Blick auf die Umgebung und das Meer. Nachdem die Lastwagen uns wieder beim Bus abgesetzt hatten, ging es dann zum berühmten Tempel Tanah Lot.
Der Weg durch die Plantage
Blick vom Essensberg

Dieser Tempel ist auf jeder zweiten Postkarte von Bali abgebildet  und ist auch in echt ziemlich imposant anzuschauen. Jedoch ist er hoffnungslos überfüllt und es hat daher jetzt nicht so wahnsinnig viel Spaß gemacht, sich durch die Menschen zu quetschen.

Der Rest der "Arbeitswoche" wurde mit surfen, einer Massage (zuuuu gut!) und feiern am Strand verbracht. Zum surfen bin ich gleich zweimal sehr, sehr früh aufgestanden, um die besten Wellen zu kriegen. Es ist einfach nur fantastisch!
Klassentreffen am Doublesix Beach in Seminyak

Gestern ging es dann ab nach Ubud - auf den Rollern fuhren wir ca. 1,5 Stunden gen Norden.
Lagebesprechung

In Ubud angekommen, suchten wir uns erstmal ein Guesthouse  um unsere Sachen unterzustellen. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann auch gleich weiter.
Man kann wirklich nur sagen: es ist wirklich sehr, sehr schön da. Vor allem im Gegensatz zum lauten, hektischen Kuta ist diese Künstlerstadt eine Wohltat. Wir schlenderten eine Weile durch die Stadt und blieben dann schließlich zum Essen in einem Warung hängen. In diesem gab es das beste Curry Ayam was ich je gegessen hab! Es war himmlisch - und dazu noch günstig.


Um auch die kulturelle Seite nicht zu kurz kommen zu lassen, ging es danach dann zu einem traditionellen balinesischen Legong Abend. Dazu spielen die Männer auf einer Art Xylohophon Gamelan Musik und die Frauen tanzen dazu ihre jahrelang eingeübte Choreographie. Wir saßen direkt neben den Gamelan Spielern - die Jungs hauen ganz schön rein in die Tasten!


Nach ein, zwei Bier ging es dann auch ins Bett - denn am nächsten Tag wartete ein langer Marsch auf uns. So standen wir früh um halb 8 auf, es wurde ein indonesisches Frühstück (Süßer Reis mit Kokosnuss) gegessen und die Rucksäcke geschürt.

 Ab ging es durch den Monkey Forest und die weiten Reisfelder rund um Ubud. Im Affenwald sind echt viele Affen, die ich allerdings misstrauisch beäugte, denn die Viecher klauen alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Danach ging es über Reisfelder und an kleinen Holzschnitzerei Läden durch die Gegend. Da es nachts geregnet hatte, war es in etwa so wie in der Sauna - ich habe selten so geschwitzt!
Ubud Impressions 
 
Monkey Forest Äffchen :)
Im Monkey Forest 
Rice Paddy Walk

Zum Abschluss unseres Ubud - Kurzurlaubs ging es dann noch in den Goa Gajah - den Elefantentempel. In diesem war vor allem das Gelände, in dem er lag, sehenswert, mit riesen Ficus Bäumen und Dschungel drum herum. Hier posten wir für und mit freundlich lächelnden Indern und  wurden von Tempeldienern übers Ohr gehauen.